Ãœber die Verbindung zwischen Social Meal und Occupy Basel

Öffentliches Picknick von Occupy Basel anlässlich des dritten Geburtstages der Bewegung

Liebe Leser*innen

Da wir in den letzten Tagen wiederholt, insbesondere auch von den Medien, auf die Abhängigkeit zwischen Social Meal und Occupy Basel angesprochen wurden, möchten wir an dieser Stelle ausführlich auf den Zusammenhang zwischen diesem Projekt und der Bewegung eingehen.

Bei Eurer Registrierung oder beim Durchstöbern dieser Plattform sind Euch die Zusammenhänge bestimmt auch schon aufgefallen: Das Logo von Occupy Basel befindet sich prominent in der unteren rechten Ecke; in Über uns schreiben wir über unsere Hintergründe; wir fragen Euch bei der Registrierung, ob Ihr den Newsletter von Occupy Basel abonnieren wollt; und auch die Finanzen und Spendengelder von Social Meal werden über den Trägerverein und das Konto von dem „Verein von Occupy Basel“ abgewickelt.

Hier ein paar Fakten und Erklärungen über diese Verknüpfung:

  • Die Hauptmotivation von Social Meal und Occupy Basel: Das Hauptziel von Social Meal – Meal-Sharing für die Region Basel ist die Förderung sozialer Vernetzung über verschiedene Gesellschaftsschichten hinweg. Gemeinsam statt einsam - dieses Motto würde in unserer Gesellschaft schon so viel verbessern, ohne dass man das zwingend nur als politisch sehen muss. Das Hauptziel von Occupy Basel ist „die Vereinigung der 99%, welche gemeinsam weniger Vermögen besitzen als das reichste 1%“. Die Aktivist*innen unserer Bewegung sind bestrebt, so weit wie möglich das sture Links-Rechts-Schema hinter sich zu lassen, entgegen dem Prinzip „Teile und herrsche“, treu dem Motto „We are the 99%“. Ihr seht also, dass sich diese Ziele und Motivationen schon recht nahe bei einander befinden.
  • Die weiteren Ziele von Social Meal: Neben der sozialen Vernetzung sind die Ziele von Social Meal die Förderung nachhaltiger Ernährung bzw. nachhaltiger Entwicklung im Allgemeinen und die Vernetzung verschiedener Organisationen aus dem Bereich der nachhaltigen Nahrungsproduktion und Ernährung (weitere Informationen dazu findet Ihr auf der Seite Das Konzept von Social Meal). Daraus erhoffen wir uns unter anderem einen Einfluss auf die Bereiche „Abfallreduktion“, „lokale Produktion“ und „gesündere und umweltfreundlichere Ernährung“. Und auch wenn sich diese Ziele nicht im Kernbereich der sonstigen Aktivitäten von Occupy Basel befinden, stehen die Aktivist*innen der Bewegung dennoch voll und ganz dahinter.
  • Den gewünschten Wandel vorleben: Weil die Arbeit einer politischen Bewegung motivierender und ansprechender ist, wenn diese (neben einer häufig ebenso wichtigen Formulierung von Kritik oder Verhinderung von negativen Veränderungen) auch einen positiven Beitrag leistet, waren wir schon länger auf der Suche nach einer Idee für ein Langzeitprojekt, mit welchem wir aktiv die von uns gewünschte Veränderung vorantreiben können. Weil die im finanzwirtschaftlichen Kernbereich von Occupy Basel liegenden Möglichkeiten in Basel alle schon umgesetzt werden (Alternativwährungen, Zeittauschbörsen und Material-Tauschbörsen, Bücherschränke, und ähnliches), weil wir diese bereits bestehenden Initiativen nicht mit einer Neuerfindung des Rades konkurrieren wollten, weil wir von Anfang an auch einen gesellschaftspolitischen Schwerpunkt haben, weil wir bereits im Rahmen unserer Filmabende immer ein öffentliches Nachtessen anbieten und last but not least weil alle von uns gerne gemeinsam essen, ist die Idee einer Meal-Sharing-Plattform für die Region Basel bei allen Aktivist*innen unserer kleinen Bewegung schnell sehr positiv angekommen und auch umgesetzt worden.
  • Occupy Basel sucht bei allen Aktivitäten den gewaltfreien Konsens: Auch wenn, insbesondere in der Startphase der weltweiten Occupy-Bewegung, Medien und Politik eine oftmals ablehnende Haltung gegenüber Occupy hatten, stimmte das Bild der „empörten Obdachlosen/Studenten ohne konkrete Forderungen“ noch nie mit der Realität überein, auch nicht in den dreieinhalb Jahren anhaltender Aktivitäten in Basel: Occupy Basel, beziehungsweise die für die Bewegung engagierten Aktivst*innen, hat bereits über 50 öffentliche Filmabende durchgeführt mit welchen über unterschiedlichste Problematiken und Lösungsansätze informiert wurde, wir beteiligen uns aktiv in politischen Komitees wie zum Beispiel beim Kampf gegen längere Ladenöffnungszeiten oder der Volksinitiative für Mindestlöhne, wir haben Skandale rund um die Basler Kantonalbank wie den Eigenhandel mit Partizipationsscheinen oder die Nahrungsmittelspekulation aufgedeckt und im Rahmen der Vernehmlassungsantwort zum neuen Bankgesetz für die Basler Kantonalbank ernsthafte inhaltliche Forderungen formuliert, wir unterstützen die Vollgeld-Volksinitiative und setzen uns wiederholt für die Schwächsten der Gesellschaft ein. All dies geschieht immer konsequent gewaltfrei und basiert auf im Konsens gefundenen Entscheidungen von Menschen aus den unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten und Lebenssituationen. Occupy Basel trifft alle Entscheidungen bei regelmässigen Vollversammlungen, welche allen Interessierten offen stehen. In die Medien finden diese Ausprägungen unserer Bewegung nur langsam das entsprechende Gehör, aber zum Glück dennoch mit zunehmendem Erfolg: Angefangen bei der Unterstützung durch den Zeitpunkt über die Veröffentlichung einiger Beiträge im Speaker’s Corner der TagesWoche bis zur kürzlichen Reportage über Occupy Basel in der bzbasel. Bestimmt gebt Ihr uns Recht, dass zu diesen Aktivitäten auch die Entwicklung einer Meal-Sharing-Plattform ziemlich gut ins Bild passt. Das bisherige Medieninteresse an Social Meal und dabei auch an Occupy Basel (zum Beispiel im Blick am Abend oder im TeleBasel) bestätigt uns dabei.
  • Der Aufwand zur Entwicklung von Social Meal: Die Entwicklung dieser Plattform beschäftigte seit dem Entwicklungsbeginn im Oktober 2014 bis zum Release im März 2015 fünf bis zehn Personen. Auch seit dem Release sind beträchtliche Arbeitsaufwände angefallen. All diese Arbeit wurde ehrenamtlich geleistet, durch Aktivist*innen von Occupy Basel und durch zusätzliche Helfer*innen, welche wir ebenfalls grösstenteils durch Aktivitäten von Occupy Basel dazugewinnen konnten. Die bereits angefallenen finanziellen Aufwände, beispielsweise für Domainname, Serverhosting und Sicherheitsverschlüsselung, wurden durch Occupy Basel übernommen. Kurz: Ohne Occupy Basel und die damit verbundenen Aktivist*innen würde Social Meal nicht existieren.
  • Die Nutzung von Synergien: Durch die Aufrechterhaltung der Abhängigkeit von Social Meal von Occupy Basel können auch zahlreiche Synergien genutzt werden, welche bei einer Aufsplittung den Erfolg reduzieren und den Arbeitsaufwand erhöhen würden. Die Statuten des Trägervereins der Bewegung, „Verein von Occupy Basel“ wurden kürzlich angepasst um den langfristigen und gemeinnützigen Betrieb von Social Meal gewährleisten und absichern zu können. Dadurch konnte auf eine weitere Vereinsgründung verzichtet werden. Und somit können auch die Finanzen von Social Meal über das bestehende Konto von Occupy Basel geregelt werden. Die zweckdienliche Mittelverwendung garantieren wir, vollständige Transparenz ist gewährleistet, der Aufwand einer zweiten Kontoführung entfällt. Die bereits durch Occupy Basel aufgebaute Reichweite und Vernetzung sowie bisherige Medienkontakte können zur Promotion von Social Meal eingesetzt werden.
  • Weitere Vorteile der Verbindung: Unabhängig von individuellen Motivationen ist nur schon durch die Abhängigkeit von Occupy Basel klar: Social Meal steht allen kostenlos zur Verfügung, niemand soll sich an Betrieb und Nutzung der Plattform bereichern, die Community wird bei der Weiterentwicklung von Social Meal einbezogen, der Datenschutz befindet sich auf höchstem Niveau, der Programmiercode wird öffentlich zur Weiterverwendung bereitgestellt. Die weiteren Grundsätze der Bewegung, welche für ein Projekt wie Social Meal nur von Vorteil sein können, müssen befolgt werden. Ausserdem: Wenn wir einen politischen Bezug scheuen würden, hätte das einen deutlichen negativen Einfluss auf die Vielfalt der Angebote (insbesondere im Bereich der Spezial-Meals) zur Folge. Das wäre nicht nur sehr schade, auch kann es diese Aufopferung zu Gunsten einer angeblichen politischen Unabhängigkeit nicht wert sein.
  • Die Grenzen der Abhängigkeit: Wir versichern Euch, dass diese hier dargelegte Abhängigkeit auf diese Aspekte beschränkt ist und jederzeit völlig transparent kommuniziert wird. Occupy Basel nimmt keinen politischen Einfluss darauf, wer die Plattform benutzen darf, noch was Ihr kochen dürft und erst recht nicht, was Ihr beim gemeinsamen Essen beredet. Wenn Ihr den Newsletter von Occupy Basel nicht erhalten wollt, könnt Ihr das bei der Registrierung oder zu jedem späteren Zeitpunkt in Euren Einstellungen angeben und dann werden wir uns selbstverständlich auch daran halten.

 

Wir bedanken uns herzlich für Euer Interesse an unserer Plattform und hoffen, dass wir durch diesen Artikel die Abhängigkeit des Projektes "Social Meal – Meal-Sharing für die Region Basel" von der Bewegung "Occupy Basel" gut verständlich darlegen konnten, und dass Ihr diese nun nachvollziehen und verstehen könnt. Oder dass Ihr uns zumindest eine Chance gebt und Eure Erfahrungen mit diesem Projekt und/oder der Bewegung selber macht.

Wir freuen uns über Eure Rückmeldungen zu diesem Thema (oder zu allen anderen Bereichen dieser Plattform wo Ihr ein Diskussionsbedürfnis habt) hier gleich als Kommentar oder per Kontaktformular.

Mit lieben Grüssen,
die Entwickler*innen von Social Meal und Aktivist*innen von Occupy Basel

aesche
aesche

Ich koche sehr gerne und regelmässig für zahlreiche Personen und versuche auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung zu achten. In meiner Freizeit bin ich politisch aktiv, spiele Badminton oder geniesse eine ruhige Zeit mit Freund*innen.


 

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